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Im Büro von Landrat Karmasin

Zu Besuch bei Landrat Thomas Karmasin

Auf die Frage, ob GUSTL-Fotograf Johannes Simon das Büro des Landrates Thomas Karmasin fotografieren darf, rief die Sekretärin erst einmal laut: „Oh Gott!“ Lachend erklärte sie aber gleich: „Dann muss er erst mal aufräumen.“ Der 53-Jährige, der seit genau 20 Jahren von seinem großzügigen Büro des Landratsamtes aus „regiert“, ist nämlich seinen eigenen Worten nach ein „Volltischler.“ Oder anders charmant ausgedrückt: Es schaut bei ihm eindeutig nach Arbeit aus. „Ich finde aber alles“, versichert Thomas Karmasin schmunzelnd. Die meiste Zeit ist er allerdings sowieso nicht da. Auf maximal 20 Stunden in der Woche schätzt der stets gut gelaunte Landrat seinen Aufenthalt im Büro – die restliche Zeit tourt er im Auto von Termin zu Termin. Trotzdem – oder gerade deswegen – hat sich so einiges in seinem Amtsraum angesammelt. Überwiegend Souvenirs und Geschenke mit ihren eigenen Geschichten:

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„Sarcophago Degli Sposi“ – etwas morbid ist es ja schon, das Bild vom „Sarg des Ehepaars“. Gefunden hat Landrat Thomas Karmasin die Abbildung des bekanntesten etruskischen Kunstwerks (etwa 800 v. Chr.) in Cerveteri, Italien. „Mir verleiht es ein Gefühl von Ruhe und Entspannung“, sagt er

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Ein Maiskolben? Eine Zitronenpresse? Eine halbgeschälte Banane? Mitnichten. Bei dem Objekt handelt es sich um ein Detail aus der Fassade der Regierung von Oberbayern, das bei der Renovierung abgebaut wurde: Der „Beitrag zu Verwaltungsreform und Behördenabbau“ war ein Geschenk von Regierungspräsident Christoph Hillenbrand und ziert jetzt den Schreibtisch von Thomas Karmasin.

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Groß und sehr rot: Die Arbeit von Susanne Oehl trägt den Titel „Körper und Auflösung“. Landrat Thomas Karmasin verbindet es vielmehr mit „Kraft und Selbstbehauptung“. 1997 kaufte er es bei der Kunstausstellung des Landkreises Fürstenfeldbruck – als eines von mehreren Arbeiten aus dem „Kuh-Zyklus“, was er allerdings erst jetzt herausfand. „Ich dachte immer, es sei ein Stier!“

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Was schenkt man nur einem Landrat zum 50. Geburtstag? Seine Mitarbeiter hatten vor drei Jahren eine witzige Idee: Sie ließen sich im Stil des Jahres 1962, dem Geburtsjahr von Thomas Karmasin, ablichten. Und zwar jeder in seiner aktuellen Funktion. „An diesem Bild hänge ich besonders.“

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In seiner Funktion als Schirmherr einer Hilfsorganisation bekam Thomas Karmasin von dem Arzt Dr. Kodom aus Togo diese Skulptur geschenkt. Das Werk ist von einem unbekannten Künstler seines afrikanischen Heimatlandes und symbolisiert den „Zusammenhalt“: „Einzeln würden die Figuren nämlich nicht stehen können.“