« »

Menschen im Landkreis

Günther Bonin Der See(-Müll)-Mann

„Abfall hat mich schon immer genervt!“ Günther Bonin aus Germering ist klar in seiner Aussage. Als der erfahrene Hobbysegler 2008 nachts auf dem Meer in einen Müllteppich fuhr, reichte es ihm endgültig: Er kehrte der IT-Branche den Rücken und gründete den Umweltverein OEOO (One Earth One Ocean). Dieser führt Forschungsarbeiten durch und realisiert internationale Umweltprojekte. 2011 baute Bonin mit Michael Lingenfelder den „Seehamster“, einen kleinen Katamaran, der den Germeringer und Olchinger See seitdem von Algen und Unrat befreit. Und der 60-jährige Vater von drei Kindern geht noch weiter: Gerade entwickelte er die „Seekuh“, einen modular aufgebauten Katamaran, der pro Tag zwei Tonnen Plastikabf älle aus den Meeren fischen kann. Im Sommer dieses Jahres soll er in Lübeck vom Stapel gelassen werden und weltweit zum Einsatz kommen. Die Antwort auf die Frage nach seiner Vision für die Zukunft ist eindeutig: „Ein Müllgesamtkonzept für alle Länder mit einer maritimen Müllpolizei.“

Daniela Kuchenbaur Die Vogelschützerin

Der Vogelpark ist nicht zu überhören. Aber dass es hier so viele exotische Tiere gibt, ist wirklich beeindruckend! Auch die Lieblingsvögel von Daniela Kuchenbaur kommen von weit her: der Kookaburra „Hanserl“ aus Australien und der Andenkondor „Hannes“ aus Südamerika. Seit fast 20 Jahren kümmert sich die ganze Familie Kuchenbaur ehrenamtlich um den Park. Die 50-jährige Neu-Estingerin macht eigentlich alles: von der Jungvogelaufzucht und -auswilderung bis hin zur Betreuung der Sozialstundenleistenden und Ein-Euro-Jobber. Während ihrer Führungen vermittelt sie begeistert ihr umfangreiches Wissen. Für ihr Engagement erhielt sie bereits Auszeichnungen, wie 2015 die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik. Allerdings verzichtet Daniela Kuchenbaur auf die persönliche Überreichung der Medaille durch den Landrat „solange uns das Landratsamt Steine in den Weg legt“. Sogleich verweist sie auf die Homepage mit der Petition. „Denn so wie jetzt kann es nicht weitergehen!“
www.vogelpark-olching.de

Irmgard Brand Die Dirndl-Fotografin

Eintauchen möchte man in die satten Farben, die zarten Blütenblätter berühren und der hübschen Frau im Dirndl zurücklächeln. So lebendig und natürlich sind die Bilder. Das Wesen von Mensch und Natur zu erkennen und festzuhalten, das ist die Gabe von Fotografin Irmgard Brand. Dabei kam die 52-jährige Wahl-Bruckerin auf Umwegen zu ihrer Kunst: Nach vier Semestern Lehramt machte sie eine Ausbildung im Hotel, war später Leiterin und entschloss sich nach einem Neuseelandurlaub spontan, ein paar Wochen Australien dran zu hängen – eine acht Monate lange, abenteuerliche Reise wurde es. „Hier wuchs ich über mich hinaus“, strahlt Irmgard Brand und hier begann sie auch zu fotografieren. Zurück in München ließ sie sich dennoch erst zur Heilpraktikerin ausbilden. Erst neben ihrer Praxis (Klassische Homöopathie) begann die vielseitige wie einfühlsame Frau die Leidenschaft „Fotografieren“ zum Beruf zu machen: Menschen und die Natur lichtet sie in ihrer Einzigartigkeit ab. Groß für Wände und klein für Karten. Seit zwei Jahren hat sich die Künstlerin, die auch für den GUSTL arbeitet, auf Dirndlfotografien spezialisiert. „Frauen in Tracht sind einfach schön“, schwärmt Irmgard Brand und ist glücklich, auch diese Schönheit mit der Kamera festzuhalten.
www.irmgard-brand.de

Giuseppe Tore Der Kunstbeseelte

„Jetzt ist eine schöne Zeit in meinem Leben!“ Giuseppe Tore aus Olching nickt bekräftigend. Damals, als italienisches Gastarbeiterkind in München, sah es noch anders aus. Doch spätestens seit er eine bahnbrechende Installation für die Ausstellung des Malers Günter Firit erschaffen hat, erf ährt er viel Anerkennung. „Dabei habe ich gar nicht Kunst studiert“, erklärt der 45jährige Familienvater bescheiden. „nur immer wieder mal fotografiert oder gezeichnet.“ Sein Talent erkennt der neue Heimleiter des Pflegeheims St. Elisabeth, Thomas Behr, wo Tore seit 20 Jahren als Koch arbeitet. Er bittet ihn 2012 um etwas „Außergewöhnliches“. Tore hat sofort eine Idee: Er erschafft eine Art Holzgestrüpp, in dem die Bilder „schweben“. Voller Leidenschaft geht er in seiner Freizeit an die Umsetzung. Es ist die absolute künstlerische Freiheit, das grenzenlose Vertrauen seines Chefs in seine Idee, was ihn antreibt. Ende 2015 dann die nächste Ausstellung: Diesmal baut Tore ein Stück der Berliner Mauer nach, auf der man auch den Künstler Firit selbst erkennt. Und im April 2016 zeigt er in der Diakonie Puchheim eigene Bilder. „Wenn ich eines schönen Tages mal im Museum of Modern Art in New York hänge, dann hab ich’s geschafft!“ Tore lacht und fügt hinzu: „Ist nur Spaß – aber schön wär‘s schon!“