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Verliebt in Barbie

Seit über 28 Jahren ist Peggy Gerling aus Biburg auf der Jagd nach seltenen Exemplaren

Einfach perfekt: das Gesicht mit der zarten Nase, die akkurate Frisur, das Designer-Kleid, das sich wie eine zweite Haut an die perfekten Kurven der Figur schmiegt. Doch Perfektion hat für Peggy Gerling persönlich nie eine Rolle gespielt. „Nie habe ich die Barbie angeschaut und mir gewünscht, wie sie auszusehen“, betont die attraktive 66-Jährige lachend. Hunderten von Barbiepuppen hat sie in ihrem Haus in Biburg einen Platz in abschließbaren Vitrinen gegeben. Wo sie stumm ihre Geschichten der 60er- und 70er-Jahre erzählen.

Peggy Gerlings eigene Barbie-Geschichte beginnt ganz harmlos. 1960 in Clemson, South Carolina: Zu Weihnachten bekommt die zehnjährige Amerikanerin die heißersehnte Barbie geschenkt. Zwar nimmt die Figur in ihrer großen Puppenfamilie eine Sonderstellung ein, landet aber schließlich mit all den anderen in einer Kiste. Erst 27 Jahre später, als Peggy Gerling in Fürstenfeldbruck selbst Mutter einer dreijährigen Tochter ist, erinnert sie sich an den Karton und lässt ihn sich schicken. Den Moment, als sie darin die Barbie-Puppe entdeckt, vergisst sie nicht. „Ihr Geruch weckte längst vergessene Kindheitserinnerungen und löste in mir eine wahnsinnige Freude aus“, erzählt Peggy Gerling mit leuchtenden Augen.

„Ich war ein Einzel-Barbie-Kind!“

Das Barbie-Feuer brennt. Fasziniert von der Geschichte der Puppen und begeistert von dem ausgeklügelten Marketingkonzept des Herstellers (Peggy Gerling hat ihren Bachelor in International Business), wird die zweifache Mutter eine in den USA und in Deutschland bekannte Koryphäe in Sachen Barbie. Und zur passionieren Jägerin seltener Exemplare.

Lückenlos ist ihre Vintage-Sammlung – von der deutschen Puppe „Bild-Lilli“, die Mitte der 50er-Jahre dem amerikanischen Spielzeughersteller Modell stand, über die erste Barbie aus dem Jahr 1959 und bis hinein ins Jahr 1972 – inklusive Geschwistern, Freundinnen, Freunden, Cousinen … Und noch immer ist Peggy Gerling auf der Suche nach möglichst unbespielten Exemplaren. Sie kann sich auch nicht sattsehen an den winzigen Accessoires und den in Perfektion handgenähten Garderoben.

Ein Spiegelbild der Modetrends sind die herrlichen Designer-Kleider, die zum Teil sehr kostbar sind. Der Wert ihrer Sammlung ist Peggy Gerling aber egal. Genauso, wie die Anzahl der Exemplare. „Mir bedeutet es am meisten, wenn Besucher ihre eigene Barbie von damals erkennen und die Augen dann vor Freude strahlen.“

Petra Neumaier