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Immer lustig

Acht Fragen an Rudolf (Waggi) Schneider, dem letzten der „3 lustigen Moosacher“

Ein Termin? Warum nicht gleich?“ Rudolf (Waggi) Schneider fackelt nicht lange. Und nur zu gerne erzählt der sportliche und eigentlich viel beschäftigte Rentner aus Gröbenzell die herrlichsten Anekdoten von damals, als er 47 Jahre lang als einer der „3 lustigen Moosacher“ um die Welt reiste. „Eine unglaubliche Zeit“, schwärmt der 82-Jährige.

Was bringt Sie zum Lachen?
Ich bin ein fröhlicher Mensch und lache eigentlich den ganzen Tag. Aber worüber ich mich heute noch sehr amüsiere, sind unsere Witze-CDs. Die waren übrigens besonders bei den Klosterschwestern beliebt.

Hätten Sie gerne etwas anderes als Musik gemacht?
Eigentlich wollte ich nur nebenbei musizieren. Ich hatte eine tolle Arbeit als Disponent bei Shell, die mir viel Spaß machte und Sicherheit gab. 1958 musste ich mich entscheiden: Musik oder meine Stelle. Trotz der Erfolge würde ich mich heute nicht mehr trauen, die Musik zu wählen. Das Risiko ist zu groß.

Was macht glücklicher: Sport oder Musik?
Beides. Sport treibe ich schon mein ganzes Leben lang. Ich trainiere fast jeden Tag. Im Verein bin ich seit 67 Jahren Mitglied. Und natürlich mache ich noch mit meiner Familie Musik. Meine Enkel sind auch sehr musikalisch.

An was erinnern Sie sich besonders gerne?
Ach, da gibt es so viele schöne Dinge. Aber am tollsten fand ich, dass wir uns bei Hapag Lloyd jedes Jahr eine Kreuzfahrt aussuchen durften. Mit unseren Frauen wohnten wir in der Luxuskabine, traten zwei Mal auf und das war’s. Der Rest waren herrliche Reisen um die Welt.

Was war weniger schön?
Die bitterbösen Neider! Wenn man Erfolg hat und es einem gut geht, sind die leider überall. Aus Neid hat 1968 sogar ein Mann meine erste Frau umgebracht. Mein Sohn war erst zwei Jahre alt.

Welche Vorteile bringt das Alter?
Alter? Mir geht es total gut, ich fahre noch wie der Teufel Ski, jetzt im 80. Winter! Mit meinen Kindern gehe ich auf Hochskitouren und im Sommer bin ich auch in den Bergen. Was ich jetzt aber genieße, ist die Zeit, die ich mit der Familie verbringen kann. Und mein Gartengrundstück mit seinen 60 Obstbäumen. Den Saft moste ich selbst im Keller.

Was möchten Sie gerne noch tun?
Noch mal nach Thailand reisen. Meine Frau würde lieber mit der Transsibirischen Eisenbahn fahren. 1981, bei unserer letzten Fahrt, war das noch ein richtiges Abenteuer.

Ihr Lebensmotto?
Das Beste aus allem machen.

Petra Neumaier


STECKBRIEF: Rudolf Schneider

GEBOREN: 17. Januar 1934 in Moosach, wohnt seit 1965 in Gröbenzell, verheiratet, zwei Kinder.

SPORT: Dreimal deutscher Jugendmeister im Stabhoch-/Weitsprung und Fünfkampf; Teilnehmer an den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki; deutscher Rekord-Staffelläufer der Super-Senioren (2015).

MUSIK: In der Volksschule Note Fünf, im Gymnasium Kontrabass im Schulorchester („weil den sonst keiner spielen wollte“).

BERUF: Großhandelskaufmann (bis zur Musikkarriere). „Die 3 lustigen Moosacher“: Debüt mit Hansi Döring (Akkordeon) und Schorschi Niedermeier (Gitarre) Januar 1952; Ausbildung zum Opernsänger; 47 Jahre lang weltweite Tourneen (bis 1999); größter Hit (von ihm geschrieben): „Ja, mir san mit’m Radl da“. Fünf Millionen verkaufte Platten in 47 Ländern; Konzerte an 300 Tagen im Jahr.

EHRENBÜRGERSCHAFTEN: Hamburg und New York.