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Menschen im Landkreis

Bernd Romeike – Der Windmann

Nach 25 Jahren im Management der
Energiewirtschaft war es für Bernd
Romeike Zeit für eigene Projekte. Da
kam ihm 2011 die Energiewende gerade
recht. 2013 gründete der 60-jährige
Wahl-Olchinger die SOWIREG
ENERGIE GmbH, die Windkraftanlagen
in Norddeutschland betreibt.
„Ich wollte das tun, was ich gut kann
und was gesellschaftlich akzeptiert
ist.“ Der passionierte Vogelbeobachter,
der während seiner Studienzeit „jedes
Storchennest im Großraum Hannover“
kannte, f ährt ab und zu selbst zu
den Windenergieanlagen, um sich ein
Bild vor Ort zu machen. Dann kann er
prüfen, ob auch wirklich keine Vögel
in die Rotoren geraten sind. Was bisher
nie der Fall war! Sonst überwacht
er die Anlagen online von zuhause aus
und schickt bei Bedarf einen Techniker
vorbei. Vögel sind dem Familienvater
zweier erwachsener Söhne so
wichtig, dass er an seinem 60. Geburtstag
zum Spenden aufrief: Geld
für den Naturschutzbund Deutschland
zum Schutz des Fischadlers am Steinhuder
Meer in Niedersachsen!

Annemarie Strähhuber –
Die Vorleserin

Eigentlich liest Annemarie Strähhuber,
Mutter von vier erwachsenen Kindern
und Oma von 16 Enkelkindern, schon
immer vor. Zumindest kommt es der
75-Jährigen so vor, erzählt sie lachend.
Denn sie tut es mit Herzblut und sogar
so gerne, dass die ehemalige Volksschullehrerin
ihre Lesungen auf verschiedenen
Veranstaltungen wie Altennachmittagen,
in Schulen und vor allem am
Jexhof durchführt. Hier arbeitet sie seit
25 Jahren auch mit Kindern und findet
vor allem mit den „Geisterabenden“
großen Anklang. „Das hat richtig eingeschlagen!“,
berichtet Annemarie Strähhuber
begeistert vom „angenehmen
Gruseln“ jedes Jahr im November. In
ihrem Heimatort Gernlinden liest sie
viermal jährlich im Winter im „Literaturcafé“:
klassische und moderne Literatur,
Gedichte, Balladen, altbayerische
und überregionale Sagen. Ganz besonders
schlägt ihr Herz für Märchen. Vor
allem für orientalische wie die türkischen
Nomadenmärchen von Elsa Sophia
von Kamphoevener. Mit musikalischer
Untermalung werden ihre
Lesungen zu etwas ganz Besonderem.

Vanessa Bui –
Die Treffsichere

„Mein Ziel ist Rio de Janeiro – die Paralympics
im September dieses Jahres!
Und zurzeit läuft es mit dem Bogenschießen
richtig gut!“ Die Tochter vietnamesischer
Eltern, die in Fürstenfeldbruck
aufgewachsen ist, strahlt Zuversicht
aus. Dabei hat die hübsche
23-Jährige bereits einiges hinter sich:
Geboren wurde sie mit einer spastischen
Diplegie, die die Bewegungen
der Beine und der rechten Hand einschränkt.
Diverse Operationen und
viel Training verbesserten ihren Zustand
schließlich so weit, dass es Vanessa
Bui 2014 im Bogensport bis in
den Nationalkader des deutschen Behindertensportverbands schaffte. 2014
wurde sie sogar deutsche Meisterin
und bei der Europameisterschaft belegte
ihr Team Platz eins! Zum Bogenschießen
kam Vanessa Bui, weil sie
dabei „nicht laufen“ muss und sich
auch mit Nicht-Behinderten messen
kann. Ihr Defizit an Kraft gleicht die
ehrgeizige Sportlerin durch Technik
und Feinmotorik wieder aus. Dabei
unterstützt sie ihr Trainer Roland Graf,
der Vorstand des Bogenschützenvereins
Fürstenfeldbruck. Auch wenn Vanessa
Bui jetzt in München lebt und studiert,
trainiert sie dort täglich voller Motivation.
Dass es mit den Paralympics in
Brasilien letztendlich dann doch nicht
geklappt hat, hält sie nicht von ihrem
Sport ab: „Ich bleibe weiter dran!“

Hans-Christoph Schmige –
Der sportliche Funker

Dass der nette Herr im Radleroutfit
seinen Sport liebt, merkt man sofort.
„Jetzt bin ich sogar fitter als früher“,
lacht der 73-Jährige, „weil ich Zeit
habe!“ Bis vor zwei Jahren leitete
Hans-Christoph Schmige in dritter
Generation das Möbelhaus Grollmus in
Germering. Dann übernahm es eine
seiner beiden Töchter. Inzwischen ist
sein Herzblut fürs Geschäft ganz auf
den Sport übergegangen: Täglich geht
er Mountainbiken, Joggen, Windsurfen,
Skifahren oder zum Fitnesstraining.
Seine zweite Leidenschaft, den
Amateurfunk, betreibt Hans-Christoph
Schmige seit er 17 Jahre alt war
und in Hamburg zur Schule ging. Auch
nach dem Umzug nach Germering und
der Ausbildung zum Möbelkaufmann
bei den Großeltern blieb er dem Hobby
treu. „Sobald etwas Leerlauf war, bin
ich nach oben zum Funken!“ Direkt
über dem Möbelhaus baute er sich im
Laufe der Jahre eine immer stattlichere
Antenne. Diese kann sogar von unterwegs
übers Internet bedient werden,
selbst in Amerika. Dort besuchte er bereits
andere Funker. Denn Kommunikation
und sozialer Austausch reizen
ihn. Daher bekommt Hans-Christoph
Schmige auch gerne Besuch von einem
der 500 000 weltweit aktiven Telegrafisten.
Sie kommunizieren alle per
Morsealphabet, „das war bereits mit
zwölf Jahren meine Geheimsprache.“