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Fünf Fragen über das Leben

Beantwortet von Margit Höglinger (48), ehrenamtliche Hospizhelferin in Germering

Margit Höglinger ist ein Mensch, der gerne und viel lacht. Der in ferne Länder reist und es liebt zu segeln. Und sie ist ein Mensch, der das Leben mag und sich dennoch ganz bewusst mit seiner Endlichkeit beschäftigt: Seit zwei Jahren arbeitet Margit Höglinger als ehrenamtliche Hospizhelferin in Germering. „Weil ich der Gesellschaft etwas zurückgeben will“, sagt sie. Auslöser war schließlich der Tod ihrer eigenen Mutter. „In dieser schwierigen Phase stellte ich fest, dass es sehr beglückende Momente in der Zeit des Abschiednehmens geben kann. Das möchte ich weitergeben.“

Was macht das Leben leichter?

Humor ist ein wichtiger Teil im Leben und auch im Sterben. Elend und Lachen liegen meist recht nah beieinander. Natürlich zieht man in der Endphase nichts ins Lächerliche, man muss die Zeit aber auch nicht ständig todernst nehmen. Jammern hilft einem nicht weiter. Besser ist, die Situation anzunehmen, wie sie ist und das Beste daraus machen. Deswegen sollte man sich auch die letzte Zeit so schön wie nur möglich machen.

Was braucht das Leben?

Freude, Aufmerksamkeit und Zuwendung. Deshalb schenke ich meine Zeit, gebe Raum, höre zu und biete an, Hilfe zu leisten. Dabei stelle ich immer wieder fest: Die Zeit ist das wertvollste Geschenk, das man einem Menschen geben kann.

Was bleibt vom Leben?

Wenn man geht, verliert eigentlich fast alles an Bedeutung, was einem vorher wichtig erschien. Dinge wie Geld und Besitz werden dann völlig unwichtig. Was am Ende wirklich zählt und bleibt ist nur der Mensch.

Was ändert sich im Leben?

Die Endlichkeit ist durch meine Arbeit zumindest für mich Teil meines Lebens geworden, ich beziehe sie ganz bewusst in meine Entscheidungen mit ein. Dadurch hat sich auch meine Haltung in Krisensituationen und der Umgang mit Problemen verändert. Alles relativiert sich und ich habe gelernt, vieles mit heiterer Gelassenheit zu sehen.

Ihre Botschaft an die Lebenden:

Geht offen mit dem Thema um. Und: Nutzt die Zeit miteinander zu reden. Jetzt!

Petra Neumaier


Als ambulante Einrichtung wurde im Jahr 2000 der Hospizverein Germering gegründet. Ziel ist, sich „um des Lebens willen“ mit ausgebildeten Kräften für die Bedürfnisse schwerstkranker Menschen und ihrer Angehörigen einzusetzen, damit sie in ihrer vertrauten Umgebung möglichst bis zum Schluss leben können. Dabei arbeitet der Verein unter anderem eng mit Ärzten, Pflegediensten und der ambulanten Palliativversorgung zusammen. Derzeit gibt es 29 ehrenamtliche Hospizbegleiter/innen. Das Angebot ist kostenlos: www.hospizverein-germering.de