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Menschen im Landkreis

Concetta Tatti  – Die (Lebens-)Künstlerin

Concetta Tatti bezeichnet sich selbst als Idealistin und Optimistin – trotz ihrer seltenen Krankheit, der juvenilen Dermatomyositis. Sie braucht zwar immer Hilfe, führt aber dank ihrer Assistentinnen ein selbstbestimmtes und zufriedenes Leben in ihrer eigenen Wohnung. Wenn die lebensfrohe Frau nicht mit dem e-Rolli fährt, nutzt sie ihren umgebauten Bus. Mit Blumen verziert, ist er wie sie: bunt, fröhlich, besonders und anders – ein Symbol der Freiheit! Die 40-jährige Italienerin, die in Gröbenzell aufgewachsen ist, machte die Ausbildung zur Mediengestalterin, bevor sie krankheitsbedingt umdenken musste. Sie liebt das Malen, verkauft eigene Bilder und würde gerne Ausstellungen organisieren. Darüber hinaus kreiert sie eigene Projekte wie zum Beispiel das Schul-Kunstprojekt „Irgendwie anders“. Concetta Tatti will positive Zeichen setzen, anderen Mut machen. „Jeder hat Stärken und Schwächen. Handicap, Nationalität und Religion sind dabei egal!“, sagt sie voller Überzeugung. Ihr Chor, die „Tatti Singers“ in München, ist ein gelungenes Beispiel für Inklusion.

Jonny Bärlund – Der Eisprofi

Der Finne Jonny Bärlund kennt sich aus mit Eis, denn bereits mit fünf Jahren begann er mit dem Eishockeyspielen. „In Finnland ist das wie Fußball hier!“ Er lacht. Der Eismeister des Eisstadions Fürstenfeldbruck hat eine steile Karriere hinter sich: zweite Liga in seinem Heimverein in Helsinki, erste finnische Bundesliga, erste Liga in Frankreich, Italien, Spanien und schließlich dritte Liga in Deutschland – erst als Stürmer, dann als Verteidiger. Ab 2005 spielte der sympathische 45-Jährige schließlich in der Bayernliga in Fürstenfeldbruck. Hier lernte er eine elegante Frau kennen und gründete mit ihr eine Familie. Die Leidenschaft fürs Eishockey verging, er begann im Sommer als Rettungsschwimmer in der AmperOase. Bald wurde daraus eine Ganzjahresstelle, durch die er im Winter dem Eis wieder nahe sein kann. Täglich sorgt er dafür, dass Löcher ausgebessert werden und neues, glattes Eis entsteht. „Wenn mir neben der Betreuung von Kleinstschülern beim Eislaufen noch Zeit bleibt, spiele ich gerne mal mit den Oldies Eishockey“, erzählt er und lächelt zufrieden.

Pablo Puluke Giet  – Der Bäcker aus Leidenschaft

Pablo Puluke Giet hat mit seinen 29 Jahren schon viel ausprobiert: Pizzabäcker, Kaffeepflücker, Plantagenverwalter, Landschaftsgärtner sowie Account Manager. Alles mit Erfolg! Doch nur eines macht ihn glücklich: das Backen. „Wenn ich nicht backen kann, zittern mir die Finger!“, sagt er mit leuchtenden Augen. Seine große Leidenschaft sind Brote aus frisch gemahlenem Korn, ohne künstliche Backmittel. In einem Online-Video bietet er daher eine „Sauerteig-Einsteigeranleitung“ für jedermann an unter: https://youtu.be/_Gi7dFqtf5c. Außerdem hält er Backworkshops beim Getreidemühlenhersteller Wolfgang Mock, seinem Freund, Partner und Vorbild. Sein großer Traum ist jedoch eine eigene Bäckerei auf Hawaii, wo seine Eltern, der Vater Amerikaner, die Mutter Deutsche, eine Zeitlang lebten. Aufgewachsen in Puchheim, zog es ihn mit 18 Jahren für drei Jahre auf die Insel. Auf Big Island backte er damals Laugenbrezen und Semmeln, obwohl Pablo Puluke Giet seine Bäckerausbildung noch gar nicht abgeschlossen hatte. Zurück in Deutschland holte er das in kürzester Zeit nach und verfeinerte schließlich in Los Angeles seine Brotbackkunst. Als „Artisan Baker“ lernte er, sich auf das rein natürliche Backen zu spezialisieren. Wieder in Puchheim hat er gerade seine Ausbildung zum Meister an der Bäckerfachschule Lochham abgeschlossen.

Claudia Kuhn – Die Harfenzauberin

Obwohl sie das Instrument erst mit 43 Jahren für sich entdeckt hat, ist die Harfe heute ein fester Bestandteil im Leben der inzwischen 56-jährigen Claudia Kuhn aus Grafrath. War das Harfenspiel anfangs als Ausgleich zur Arbeit als Designerin von Waldorfpuppen gedacht, so wurde die zweifache Mutter bald ein Teil dieser „Harfenwelt“, in der sich Harfenspieler europaweit treffen. Mittlerweile ist es nicht nur die irische sondern auch die ursprüngliche, nordische Musik, die sie fasziniert. „Besonders das Harfenspiel im Wald oder am Meer besitzt für mich etwas Magisches“, erzählt sie. Diesen Zauber erleben auch die Zuschauer ihrer Youtube-Videos, die sie in der Natur, wie zum Beispiel auf Kreta, in der Bretagne oder in Cornwall aufgenommen hat. Um mit der Harfe reisen zu können, lernte sie in einem Workshop, wie man ein kleineres, transportables Instrument baut. Unterstützt wird sie von ihrem Mann, der sie gerne begleitet. In ihren Filmen zeigt die „Elfenclaudia“ auch ihre Liebe zu Bäumen und zu ihren Puppen. Seit ihre Tochter klein war, näht die ehemalige Erzieherin Puppen, Elfen oder Trolle, die sie über eine Internet-Plattform verkauft. „Ich habe immer Ideen“, sagt sie fröhlich von sich selbst und blickt liebevoll auf ihre Puppen, die sich in ihrem Nähzimmer aufreihen.