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Verborgene Schätze

Oberbürgermeister Andreas Haas im GUSTL-Gespräch über das Leben in Germering heute und morgen

Herr Oberbürgermeister, was bietet Germering, was andere Städte im Umland Münchens nicht haben?

Diese Frage lässt sich nicht in einem Satz beantworten. Da ist zunächst die sehr gute Infrastruktur. Ich nenne hier nur einige Beispiele: sämtliche Schulen und Kinderbetreuung, ein aktiver Wirtschaftsverband, das Zentrum für Jung und Alt, die Germeringer Insel, unterschiedlichste Bildungs-, Sport-, Kultur- und Freizeitmöglichkeiten. Das mögen andere Städte im Umland durchaus auch haben. Die Besonderheit in Germering ist jedoch, dass wir eine sehr aktive Bürgerschaft haben, die diese Infrastruktur mit Leben füllt. Erst kürzlich haben wir Bürgerinnen und Bürger zum Dank für ihr vorbildliches Ehrenamtsengagement mit der Bürgermedaille geehrt. Ganz neu ist außerdem der Jugendpreis, mit dem wir junge  Menschen auszeichnen, die sich besonders einbringen. Außerdem hat unsere Stadt „verborgene Schätze“. Ich erinnere nur an unsere archäologisch belegte Vergangenheit oder einfach an die Tatsache, dass man hier mitten in der Stadt leben kann, aber auch gleichzeitig in der Natur ist. Germering ist sozusagen eine Liebe auf den zweiten Blick!

Wenn Sie an Ihre bisherige Amtszeit zurückdenken: Auf was sind Sie stolz?

Stolz ist vielleicht der falsche Ausdruck. Ich freue mich einfach, dass es uns miteinander gelungen ist, die Lebensqualität aller Bürgerinnen und Bürger weiter zu verbessern. So wurde beispielsweise die Bahn-Stromleitung, die durch die Stadt führte, im Jahr 2012 verlegt. Außerdem ist mir die Barrierefreiheit ein besonderes Anliegen. Dazu zählt z. B. der Einbau des Aufzugs am S-Bahnhof Germering-Unterpfaffenhofen oder die Aufrüstung öffentlicher Gebäude mit Induktiven Höranlagen, die es Schwerhörigen mit Hörgerät ermöglicht, in optimaler Qualität zu hören. Oder, dass nach fast 60-jähriger Diskussion der „Kleine Stachus” so umgestaltet werden konnte, wie er heute ist. Es ist auch keine Selbstverständlichkeit, dass es gelingt, Menschen, die aus ganz Deutschland und über 100 anderen Nationen zuziehen, in die städtische Gemeinschaft zu integrieren. Integration ist in Germering nicht erst zum Thema geworden, als die Flüchtlingsdiskussion eingesetzt hat. Darüber hinaus gibt es etliche weitere kleine und große Maßnahmen, die zu einer Verbesserung beigetragen haben.

Die Stadt Germering ist erst 25 Jahre jung. Was ist aus Ihrer Sicht noch zu verbessern?

Wir sind uns im Stadtrat fraktionsübergreifend einig, dass wir schon noch einiges zu tun haben. Es ist aber wichtig festzustellen, dass wir diese Herausforderung gerne im Sinne unserer Bürgerinnen und Bürger annehmen. Als Thema ist in Zukunft sicherlich die Weiterentwicklung der Innenstadt zu meistern. Es geht darum, die Stadt noch attraktiver zu machen. Dazu gehört auch das entsprechende Stadtmarketing. In diesem Zusammenhang erwähne ich auch die Umsetzung des Bäderkonzeptes, das erst vor kurzem beschlossen wurde. Zudem gilt es, die Schulen weiterhin auf Vordermann zu bringen. So werden wir beispielsweise in den nächsten fünf Jahren alleine 32 Millionen für den Ausbau der  Mittelschule an der Wittelsbacherstraße  und der Theresen-Grundschule aufwenden.  Außerdem sehe ich es weiterhin als eine Aufgabe an, „bezahlbaren Wohnraum” zu schaffen. Hierzu haben wir mit Investoren schon verschiedene Konzepte erörtert.

Was schätzen Sie persönlich an Germering?

Zu wissen, dass ich mich beim Spaziergang am Germeringer See bestens erholen kann. Diese Stadt hat einfach eine Größe, die überschaubar geblieben ist, so dass man sich noch persönlich kennt. Als Familienvater habe ich erlebt, dass meine Kinder alle Schulen am Ort besuchen konnten und meine Frau schätzt die kurzen Wege zum Einkaufen.

Bitte ergänzen Sie: Wenn Germering seinen 30.Geburtstag feiert, dann …

… freue ich mich schon heute auf das große Stadtfest.

Ich wünsche mir zum 30-Jährigen jedenfalls ein gedeihliches Zusammenleben, an dem alle wie bisher mit Sachverstand, Augenmaß und gegenseitigem Respekt mitarbeiten.